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Der neue Tränkle
Von einem, der auszog, Examen zu schreiben
  • 07.01.2003: Erfolgreicher Einstieg in die "heiße Phase" der Examensvorbereitung: "pünktlich wie jeden Tag um acht" so gegen halb elf in Uni eingefunden. Kaffee. Anschließend Mensa. Bad. Kino, dann Bett.
     
  • 09.01.: War heute wieder so was von gut. Erkläre mich zum "King of Jura". Erstaunlich wenig Beifall, obwohl ich nett nach allen Seiten winkend durch die Bib stolziert bin.
     
  • 10.01.: Wegen gestriger Übungsklausur Krönungszug auf unbestimmte Zeit verschoben...
     
  • 13.01.: Bin mir sicher, der da vorne, zweite Reihe, links, schafft's nicht: bei der Einstellung, ständig Kaffeepause...
     
  • 14.01.: Elementare Systemfrage: Ist der Klausurensteller imaginärer Gegner oder einziger Freund? Muss Antwort klären, habe zuviel dafür gezahlt.
     
  • 17.01.: Vorhaben, der Uni mit ihren völlig überteuerten Snackautomaten durch Kauf eines 5er-Packs Twix ein Schnippchen zu schlagen, an eigener Fresssucht gescheitert.
     
  • 19.01.: Habe heute langjährigen Freund fast erwürgt, der meinte, einen "extrem lustigen" Examensscherz reißen zu müssen. Hoffe, die Beziehung normalisiert sich irgendwann wieder.
     
  • 20.01.: Den ganzen Tag altes PUR-Lied gesummt. Gibt es ein besseres Indiz für fortgeschrittene Demenz?
     
  • 22.01.: Bombenidee: Wieso nicht einfach mal auf Lücke lernen? Vielleicht Zivilrecht?
     
  • 23.01.: Noch sechs Wochen bis zum E-Day. Keine Ahnung, was ich mit der ganzen Zeit machen soll, bin doch fit.
     
  • 24.01.: Gestern letzte Übungsklausur: Nur noch sechs Wochen!!!
     
  • 28.01.: Träume von eigenem Buch. C.H.Beck-Werbung: "Der neue Tränkle - anschaulich werden anhand von Praxisbeispielen diverse kapitale Klausurfehler vorgeführt. In dieser Konzentration noch nicht am Markt zu finden". Vom Autorenhonorar Umschulung zum Raumpfleger finanzierbar?
     
  • 17.02.: Heftig über Erstsemester gelacht: schreiben Hausarbeiten, süß.
     
  • 18.02.: Gönnerhaft Erstsemester Hauptproblem der Hausarbeit erklärt. Keine Ahnung, worum es geht. Aber bis die das merken, bin ich hier weg.
     
  • 21.02.: Verspüre zum ersten Mal seit Jahren den Drang, peinliche Jurawitze zu reißen. Einziger Pluspunkt: Die anderen sind genauso fertig wie ich.
     
  • 24.02.: Mein Gott, sehen die anderen hier in der Bib alle fertig aus! Meide Spiegel.
     
  • 25.02.: Verfluche Idee, hier in Bayern studiert zu haben. Wieso nicht Hamburg? Den Gerüchten zufolge, bekommt man dort das Examen per Handschlag.
     
  • 26.02.: Plan, zwecks effektiver Examensvorbereitung in Bib zu übernachten, von engstirnigem Bibliothekspersonal vereitelt. Prinzipienreiter! Denke an Dienstaufsichtsbeschwerde, Brandanschlag oder Ähnliches.
     
  • 27.02.: Werde mit der Behauptung konfrontiert, ich hätte schamlos bei Helen Fielding kopiert - lächerlich!
     
  • 28.02.: Plane heimtückischen Mord: Wäre "der Sonnenschein" nicht ständig zu spät zur Lerngruppe gekommen, wäre ich jetzt fit. Aber nein, der Herr kam ja nicht aus dem Bett!
     
  • 02.03.: Anruf Mama: "Die Schmerzen bei meiner Geburt waren sicherlich immens, ich habe für ein Gespräch jetzt trotzdem keine Zeit." Rückruf Papa: Unterstützung gekürzt.
     
  • 03.03.: Habe mir manisches Lachen als "sympathischen Spleen" zugelegt: bin mittlerweile quer durch die ganze Bib zu hören.
     
  • 04.03.: Der gute Jurist plant für die Zukunft: Stelle als Regaleinräumer bei Kaufland, wahlweise Norma, jederzeit zu haben.
     
  • 05.03.: Wieso sind alle so schlau? Während ich mich mit dem Wetter, dem Kinoprogramm oder Shakespeare beschäftige, lernen die alle!
     
  • 06.03.: Täusche Kompetenz durch immense Bücherberge an meinem Platz vor. Funktioniert! Leute stellen Fragen, gebe "Antworten".
     
  • 10.03.: Morgen geht's los. Bin die Ruhe selbst. Alles kein Problem.
     
  • 11.03.: Habe kein Auge zugemacht. Hoffe deshalb auf Adrenalinschub.
     
  • 12.03.: Bin eher der kreative Kopf. Weshalb nicht mal unbetretene Pfade gehen?
     
  • 15.03.: Trotz Nacktbaden in Donau, Ilz und Inn nur leichter Schnupfen. Mist.
     
  • 16.03.: Wieso die Klausur nicht mal zivilrechtlich lösen?
     
  • 20.03.: Letzte Klausur vorbei. Aus traditionellen Gründen verpflichtet, verantwortunglos von einer Kneipe zur nächsten zu wanken. Versuche, das Schlimmste zu verh...
     

© 2003 by Johannes Tränkle

As Seen In Hahnenschrei Sommersemester '03

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